Ich war fast schon immun dagegen geworden, beschimpft, angespuckt und diskriminiert zu werden. Die letzten vier Wochen haben meine Duldungsfähigkeit jedoch dramatisch reduziert und meinen Beißreflex zu einem ständigen Begleiter werden lassen. Warum das so ist ?
Zuerst einmal, ich hatte mich wie bereits erwähnt, daran gewöhnt aggressiv angegangen zu werden. Wie kann ich es auch wagen offen und geoutet als bekennende Lesbe zu leben ? Als dreckig, pädophil, ansteckend, grundsätzlich AIDS erkrankt, schädlich und anstößig zu gelten, „so What“, so ist es nun mal. Ein Ereignis welches unmittelbar nichts mit mir zu tun hat, der Verkehrsunfall meiner Hausnachbarin und Freundin Dagmar, hat meine Welt verändert. Dagmar hatte sich bei einem Unfall einen komplizierten Bruch des linken Beines zugezogen. Die Folge sie sitzt seit vier Wochen im Rollstuhl. Ihr Problem, Dagmar hatte niemand für den Haushalt und ihre temporäre Behinderung, die eingeschränkte Mobilität, der Rollstuhl machte es notwendig das sie mich um Hilfe bat. Sie musste nicht großartig fragen, Freunde sind auch zum helfen da, ergo ich leiste ihr momentan die erforderliche „Haushaltshilfe“ und gebe den Hilfsmotor am Rollstuhl. Behindert ist sie also, wenn auch nur für einen überschaubaren Zeitraum, aber dieser endlich kurze Zustand der eingeschränkten Selbstbestimmung und Eigenverantwortung hat mir die letzten Illusionen bezüglich Menschenwürde und Toleranz genommen.
Definition, Wickipedia: „Toleranz, auch Duldsamkeit, ist allgemein ein Geltenlassen und Gewährenlassen fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten.Gemeint ist damit heute häufig auch die Anerkennung einer Gleichberechtigung unterschiedlicher Individuen.“
Das gilt, wie ich lernen musste, für Heteronormative, Alkoholabhängige, Ungebildete, Dicke, Dünne, Kluge, Dumme, Doofe, Nette, Männer, Frauen, Alte, Junge, Migranten, Deutsche, für alle, nur nicht für Behinderte, die im Rollstuhl schon gar nicht und für Rollstuhl schiebende Lesben überhaupt nicht. So begriff ich sehr schnell das Rücksicht, Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit nicht gerade zum Standard urbaner Sozialisierung gehören. Egal ob auf dem Wochenmarkt, im Straßenverkehr, auf dem Bürgersteig und in öffentlichen Verkehrsmittel ganz sicher nicht. Als erstes fiel mir auf das Viele ihr Unbehagen gegenüber Menschen im Rollstuhl bereits durch ihre verstohlenen Blicke zeigten. Am häufigsten war das Bedauern in den Mienen, „.. die arme Kreatur, geistig zurückgeblieben und laufen kann Sie auch nicht.“ Lektion eins, jeder Mensch mit körperlicher Behinderung ist geistig eingeschränkt. Lektion zwei: „… die merkt ja eh nix.“, ergo können wir ihnen im Weg stehen, Behindertenparkplätze blockieren und die Rollstuhlzonen in öffentlichen Verkehrsmitteln besetzen und den Betroffenen mit Beschimpfungen verweigern. Lektion drei, wird eine Behinderte im Rollstuhl von einer als erkannt empfundenen Lesbe geschoben, ist sie ein bedauernswertes Opfer. Opfer derer triebhafter, perverser, exzessiver und im heteronormativen Irrsinn als abnorm geltenden Sexualität. Die Frau im Rollstuhl ist doch ausgeliefert und kann sich nicht wehren. Welch Ausgeburt hetiger Wahnvorstellungen ? Dagmar und ich haben genau dieses Szenario erlebt.
Es trug sich zu wie folgt.
Wir waren einkaufen und auf dem Heimweg. Es begegnete uns eine Dame die wir auf ca. 70 Jahre schätzten. Als die Dame uns passierte fuhr Sie mich voller Ekel und Geifer mit den Worten an: „Du dreckige Lesbe, jetzt vergreifst Du dich auch noch an Behinderten.“
Dagmar war, ist und bleibt Hete von den Zehen bis zum Scheitel und bei aller Zuneigung und Sympathie, für mich zwar wichtig, aber weder sexuell oder in Partnerschaft von Interesse. Für uns eine wesentliche Basis für unsere freundschaftliche und fürsorgliche Beziehung. Das interessiert zwar niemand, ist für uns aber verbindend, schützend, geborgen und unendlich wertvoll.
Dafür danke ich dir Dagmar.
Dreckige Lesben und Behinderte
Begehrlichkeiten …
Diesmal schreib ich über die eigenen, naja, nicht so ganz. Ich habe, schaut einmal nach oben, meinen ganz persönlichen Heiratsmarkt eröffnet. Keine Torschlußpanik aber nach erfolgreicher Entpartnerung notwendig. Habe ich bisher immer Bedürfnisse erfüllt oder dies zumindest versucht will ich nun Werbung in eigener Sache betreiben. Laut darüber schreiben was mich umtreibt und das zu ganz alltäglichem und zu unerfülltem. So werde ich in den Kontaktanzeigen kurz und knackig mein Innerstes zu Markte tragen und so tun als sei ich schmerzfrei. Euch allen viel Vergnügen und das Euch das Schmunzeln erhalten bleibt.
Übergänge …
.., begleiten unser Leben von der Wiege bis zur Bahre. Da sagt man auch von Formularen, vor allem wenn diese behördlichen Ursprungs sind und unser Leben deregulieren.
Darum geht es jetzt aber nicht !
Ich möchte von einer Vernissage berichten, ein wenig über die Künstlerin „räsonieren“ und von einer kleinen aber spannenden, weil lebendigen Galerie erzählen. Die Vernissage war eine neue Erfahrung, sie war anders. Anders weil intim und doch offen. Anders, weil nachhaltig in der Wahrnehmung und von einer Lebendigkeit, die Kommunikation
zur zwangsläufigen Leichtigkeit des Seins mit all seinen zwischenmenschlichen Nuancen und Facetten erhob. Die Galerie, die art lounge in Köln Ehrenfeld, klein aber nicht begrenzend, nicht von der emotionalen Enge welche Empfinden und Wahrnehmung in das Korsett urbaner und bürgerlicher Konformität zwingt. Das ausgewogene Ensemble schaffte einen ungehemmten Fluss erlebter und dargestellter Energien und Empfindungen der Künstlerin
Regina Nußbaum. War der Verlauf der Vernissage vielleicht ein Spiegel der Sozial- und Kommunikationswissenschaftlerin Regina Nußbaum mit all ihrer Erfahrung und ihrem Verständnis von Interaktion und Vernetzung unterschiedlichster Talente, so sind ihre Exponate der Spiegel ihrer Kraft. Der Spiegel ihrer sich befreienden Weiblichkeit mit all ihren Möglichkeiten und Hoffnungen, die Regina Nußbaum in ihrer „Ode an die Frau“ beschrieb. Pure Lust und Kraft aus gelebtem und zutiefst empfundenen Frau sein. Weiblichkeit ohne den Ballast pseudointellektuellen Mainstreams Marke „Missy“ mit dem profitablen Jugendwahn der statusorientierten Girliegeneration um die 30 und deren vermännlichtem Handlungsrahmen.
Respekt, ich mache einen ganz tiefen Knicks. Feminismus Marke Frau mit der unbändigen Kraft und Kreativität erwachter Weiblichkeit in ihrer ureigensten Form und Lebendigkeit.
„Ode an die Frau“, in Seitenmitte unter dem Video
Das ist etwas anderes …
Freitag, 08:15, das Telefon klingelt, ein Frankfurter Verlag, am Telefon die Urlaubsvertretung des Lektoratsleiters. “Frau Karsten, in der Anthologie, ihrer lyrischen Auseinandersetzung mit Erich Fried haben Sie bei einem Gedicht die Quelle nicht vermerkt. Die benötige ich für das Finish.“. Ich muss gestehen, mein inwändiges Lächeln trug Züge des mir so verhassten Mitleides. Wieder einmal wurde ich mit Erich Fried verwechselt, selbst der Gedanke daran erscheint mir anmassend. Gehört doch der Wiener Jude Erich Fried zu den bedeutensten deutschsprachigen Lyrikern des 20′ten Jahrhunderts. Mein Gedicht stammt aus der Antologie “Mariechen, Hier und Jetzt“. Ich hatte diese 2008 begonnen und befürchtete schon sie bliebe unvollended. Nun habe ich beschlossen diese hier auf dieser Seite zu veröffentlichen, Stück- und Seitenweise, anders bringe ich den Mut dafür nicht auf.
Beginnen möchte ich jedoch mit dem Prolog des Folgebandes. Dieser heißt: “Mariechen, Heute und Morgen, Untertitel: die Sekretionen einer exotischen Extravaganz“. Dieser Titel erscheint mir logisch und zwangsläufig, ist doch das Leben, unendlich wandelbar, wobei, “täglich grüßt das Murmeltier“.
Etwas anderes ….
das ist etwas anderes ..
wenn ich dich nach Kuss- und Bissmalen frage,
wenn du das bett nicht mehr mit mir teilen kannst
wenn du Pro-Secco brauchst mich zu ertragen
wenn du lügst .. um mich nicht ganz zu verlieren
.. oder was ist es ?
das ist etwas anderes ..
wenn du dir nimmst was ich biete
meine Stabilität
meine Geborgenheit
meine Sicherheit
und
meinen Hund
und
es Mir verweigerst
.. oder was ist es ?
das ist etwas anderes ..
wenn du sagst ich sei krank
und
dich fragst … ob du selbst,
gesund bist
wenn du mich erniedrigst
und mir die Wahrheit verweigerst,
wenn du angst vor meinem Abschied hast,
aber meine Not nicht verstehst
.. oder was ist es ?
das ist etwas anderes ..
wenn ich weine,
weil … deine Tränen,
nur die haben Wert
wenn es,
bei dir
und auch bei mir,
schon immer so war
.. oder was ist es ?
das ist etwas anderes ..
Schwuler,
perverser,
Kinderficker,
exotische Extravaganz,
anders ?
oder
einfach nur Frau
androgyn
lebendig
weil fühlend
und einfach nur
Mensch
.. oder was ist es ?
Reduziert auf das Wesentliche
Wer auf Unwesentliches reduziert wird, lebt disharmonisch. Das an sich ist schon dramatisch, oft skurill, aber meistens absurd. Das Schlimme an der Reduktion, sie lebt von den Erwartungen anderer und wenn man(n), Männer sind besonders anfällig dafür, diese Erwartungen am eigenen Lebensplan werkeln läßt, driften selbst die individuellen Lebenswirklichkeiten in die Lächerlichkeit ab.
Ein tolles Beispiel dafür begegnete mir vor ca. 10 Jahren. Er war Kieferorthopäde in der ostwestfälischen Provinz. Erfolgreich war er, verheiratet, zwei Kindern, stolzer Eigenheimbesitzer, er spielte Golf für die persönliche Entspannung, vor dem Haus stand ein sündhaft teurer Kombi aus Stuttgart, den Bürgermeister zählte er zu seinen persönlichen und politischen Freunden, seine Frau pflegte den intellektuellen und kulturellen Habitus, seine Patienten klassifizierte er an ihrem Ranking in seiner Privatpatientenkartei und überhaupt war er sich seiner wirtschaftlichen Potenz für den Kreditsachbearbeiter seiner Bank überaus bewußt. Eines Tages brachte er mich nach der Arbeit von seiner Praxis nach Haus. Es lag für ihn auf dem Weg zum Golplatz. Wir gingen also von den Praxisräumen in die Tiefgarage zu seinem Auto. So sehr ich mich auch bemühte, ich konnte den standesgemäßen, irrsinnig teuren und luxuriösen Kombi mit dem Stern nicht finden. Lausbubenhaft grinste er mich an und öffnete mir die Beifahrertür eines Renault Twingo. Ein „TWINGO ?“, genau so muß ich geschaut haben als er mir sagte: „Der Mercedes ist schön, aber der Twingo ist meine Lifestyle Entscheidung.“. Ich schaute mich gerade in dem französischen Kleinstwagen um als er dies sagte, zum Glück konnte er mein Gesicht in diesem Augenblick nicht sehen. Ich fragte ihn wo denn seine Golfausrüstung sei, er wollte doch zum Golfplatz. Seine Antwort übertraf was ich an bourgeoiser Blasphemie für nicht steigerungsfähig hielt. „Ich wechsel zu Haus den Wagen, Golf ist für mich Status und Zwang und mit dem Twingo mach ich mich im Club lächerlich.“ Ich schwieg danach, stieg vor meiner Wohnung schweigend aus und dachte in diesem Moment, „Lifestyle muss etwas traumatisierendes sein. Etwas das dem armen Mann in seinem trachten nach Harmonie und Kontinuität entsetzlich belastet und quält“. Ich beschloß unisono, das wird mir nie passieren.
Vor einem Jahr traf ich ihn wieder. Er ist immer noch erfolgreich, verheiratet ist er immer noch, das dritte Kind hat er mit seiner Geliebten. Die Alimente und deren Unterhalt wird diskret über einen Anwalt geleistet, er ist mittlerweile stolzer Villenbesitzer, beim Golf hat er Handycap 8, vor dem Haus stehen ein SUV aus Stuttgart Zuffenhausen und immer noch ein sündhaft teurer Kombi aus Stuttgart Untertürckheim, den Bürgermeister zählt er ebenso immer noch zu seinen persönlichen und politischen Freunden wie den örtlichen Bundestagsabgeordneten. Seine Frau veranstaltet Charitys und sammelt für die armen Kinder in Afrika Spenden. Seine Patienten klassifizierte er an ihrem Ranking in deren Lichtensteiner Depotvermögen und ihrem Schwarzgeld auf karibischen Konten und überhaupt ist er sich seiner wirtschaftlichen Bedeutung für den Kreditsachbearbeiter seiner Bank bewusst. Auf meine Frage nach dem Twingo schaute er verlegen zur Seite und sagte: „Überzeugung und meinen Lifestyle kann ich mir nicht mehr leisten. Dafür ist meine Ehe glücklich und ich führe ein harmonisches Leben. Zeit habe ich so gut wie nie, und Konflikte sitzen wir aus.“
Es kam was kommen musste, er fragte mich nach meiner Lebenssituation. „Dein Partner, ist der ok ? Wie ist er dein Mann ?“ Ich drehte mich schweigend um und ging. Nicht das ich ihm nicht antworten wollte, er hätte mich entweder nicht verstanden oder mir stante pede eine Einweisung in die geschlossene Psychatrie verschafft. Beides wollte ich nicht. Lebe ich doch meine Wünsche und Erwartungen. Ich habe keinen Mann, dafür eine Frau, habe Affären und muß diese nicht verbergen. Ich habe keinen Status und dessen Symbole schon gar nicht. Aber dafür eine konfliktfähige Beziehung und Disharmonien gehören zu meinem, zu unserem Alltag. Definitiv habe ich alles was ihm Angst macht und was für ihn viel schlimmer ist, ich bin reduziert, reduziert auf das Wesentliche.
Danke Birgit Prinz, ….
.., wenn es um Ehrlichkeit, Fairness, Teamgeist, Selbstkritik und Offenheit geht. Sie hat Maßstäbe gesetzt, die mehrfache WeltfußballerIn und introvertierte Persönlichkeit mit Rampenlicht- und Kameraphobie. Nicht nur als SpielerIn sondern auch in ihrer größten sportlichen Krise. Das Birgit Prinz für mich ein selbstbestimmter, gradliniger und ehrlicher Anachronismus in dem „politisch korrekten“, euphemistischen Haifischbecken Fußball, mit seiner seiner archaischen Rücksichtslosigkeit und Menschenverachtung ist, habe ich bereits in: „Birgit Prinz will kein Werbe – Bunny sein“, am 03. März geschrieben.
Wie Sie jedoch mit aller Kritik an ihrer Person und allen Versuchen Sie zu demontieren umgegangen ist, nötigt mir mehr als Respekt ab. Ich beginne Birgit Prinz ob ihrer menschlichen Größe, zu bewundern.
Sie hat ein Beispiel für produktive, ehrliche und vor allem menschlich konstruktive Kommunikation gegeben. Birgit Prinz hat der BundestrainerIn, Sylvia Neid, erspart in einem Atemzug mit der unwürdigen Affäre des Bundestrainer Herren, Joachim Löw, mit Michael Ballack, genannt zu werden. Das hat Sie mit einem ganz einfachen Mittel geschafft, Ehrlichkeit und der kritische Umgang mit sich selbst. Für mich war Birgit Prinz schon lange und Sie ist es heute mehr denn je, ein Vorbild. Lichtgestalten müssen eben nicht Beckenbauer heißen und männlich sein, denn auch da sind die Frauen im Fußball erstklassig.
“Neugier genügt”,…, der Mitschnitt
Wie in ”.., armes Fußball-Deutschland” versprochen, der Mitschnitt von WDR 5 vom heutigen Tag über Frauen, Fußball, WM, Homophobie, Transgender und so.
Neugier genügt, … , eine transidente SchiedsrichterIn in der Welt des Fußballs
.. einfach klicken >>> .., Frauen, Fußball, WM, Homophobie, Transgender und so
armes Fussball-Deutschland,…
…, gerade als die WM ihren ersten richtigen Höhepunkt hatte erschüttert jetzt der WDR die Fußballnation.
Konnten sich die Blatters, Zwanziger und Organisatoren die Hände reiben, welch ein Glück, Nigeria mit seiner Trainerin für Sexual- und Moralhygiene ist ausgeschieden. Äquatorialguinea mit seinen “Mannweibern, Transen und verkleideten Männern wird die Vorrunde auch nicht überstehen, da berichtet der WDR am 06.07.20011 über den “Tuntenball” auf dem Fußballplatz.
Erschütternd, die berichten doch glatt über ne Transe im Schiri-Kittel. Es gibt sie also doch die “perversen” welche sich geoutet haben und nach Christoph Daum (März 2008, für seine Biografie hier klicken) die Kinder und Jugendlichen dieser Welt gefährden, wenn sie Trainer und Betreuer werden. So ein Schmutz in der Welt männlich, heteronormativer Götzen wie dem Fußball. Egal ob auf dem Dorf oder in der großen weiten Welt, ich rufe zum Protest auf, dass dürfen die Wahrer fußballerischer Männlichkeit und Moral auf keinen Fall dulden. Denken wir doch nur einmal an die Stereotype welche diesen “Schwuchteln” anhaften, geistig behindert, abartig, absurd, skurill, welcher Mann will sich von so etwas pfeifen lassen, so was kann doch kein Spiel leiten. Schlimm was man Menschen alles nach sagt, laut Christoph Daum sind Schwule, Lesben und Transgender pädophil. Da kriecht mir doch glatt der Ekel hoch, die müssen pauschal ein lebenslanges Stadionverbot erhalten, mit ihrer Absonderlichkeit und den Vorruteilen der Mehrheit, gefährden die doch nur Anstand und Moral in der blütenweißen Fußballwelt.
Ich kann sie schon verstehen die Fußballfunktionäre in ihrer Sehnsucht nach richtigen Hooligans “mit Eiern”, die waren wenigstens berechenbar, da war klar wann es knallt, aber “Tucken”, Schwule und Lesben ? Die treiben es doch garantiert bei jeder Gelegenheit auf der Tribüne vor Millionen von Zuschauern an den Fernsehschirmen. Sie tun mir wirklich leid, Herr Dr. Zwanziger, die Angst vor einem spontanen “Soccer CSD” in einem WM-Stadion muss Ihnen doch den Schlaf rauben. So jetzt aber Schluss mit meinem Ausbruch “persönlichen Rassismusses”, im folgenden der Link zur Sendung auf WDR 5 und zum zugehörigen Pressetext.
Einfach auf den folgenden Absatz oder den folgenden LINK klicken.
Der Mitschnitt zu “Neugier genügt”, WDR5 vom 06.07.2011, 10:05 – 12:00. Thema wird Gender, Homophobie und Outingerfahrungen im Fussball. Titel “,… eine transidente Schiedsrichterin in der Welt des Fussballs”.
Der Beitrag ist auch als Livestream sowie später als Podcast verfügbar.
Der Pressetext dazu
Hans ( -Theo Zwanziger ) im Glück !
Dieses Glücksgefühl hat ihm bei der WM getreu dem Motto „20ELF von der schönsten Seite“, die deutsche Nationalmannschaft verschaft. Ich bin auch glücklich, meinen Grund möchte ich zuerst nennen.
Männer haben auch auf diesem Blog den Frauenfußball wegen der mangelnden körperlichen Präsenz, dem fehlenden „Kampf“ kritisiert und für unattraktiv erklärt. Das hat sich seit dem Spiel gegen Nigeria geändert. Dieses Spiel wird weltweit die Zukunft des Frauenfußball verändern und auch für die unbelehrbaren Hüter männlicher Attribute attraktiver machen und die Herren noch mehr vor der weiblichen Zukunft des Fußballs ängstigen. Warum ?
Diese Mannschaft hat als erste Frauenmannschaft weltweit „über den Kampf und körperbetonte Reaktion zu ihrem Spiel gefunden“. Ursachen waren das über 90 Minuten geradezu brutale und grob fahrlässige Spiels der Gegnerinnen aus Nigeria, Sie erinnern sich, laut deren Trainerin alles SpielerInnen mit dem lieben Gott im Herzen und ohne Lesben mit deren dreckiger Lebensweise. Eine Halbzeit agierte die deutsche Mannschaft unsicher und durch die brutale Härte Nigerias eingeschüchtert. Entschieden hat das Spiel dann die „Gegenwehr“ in der zweiten Halbzeit. Da ging es dann zwar nicht mehr um Fußball-“spielen“, sondern wie der ARD Kommentator sagte, um „das Messer zwischen den Zähnen“, aber der Erfolg hat sich eingestellt. Etwas auf das Männer definitiv stehen. Erfolg um jeden Preis und Kampf bis zum bitteren Ende. Melanie Behringer hat diesen Preis bereits gezahlt, wahrscheinlich ist für sie diese Weltmeisterschaft beendet. Für mich wäre das schade aber im Falle des WM Gewinnes wird es nur noch als Kollateralschaden wahrgenommen. Ich drücke Melanie Behringer alle erdenklichen Daumen und hoffe sie kommt schnellstmöglich wieder in die Mannschaft zurück, spielerisch war sie nämlich das Highlight in der 1 Halbzeit des Spiels.
Und nun das Glück des Dr. Theo Zwanziger, des honorigen Joseph Blatter, seines Zeichens FIFA Präsident und des Organisationskomites dieser WM.
Nigeria ist ausgeschieden ! Was ein Glück, die Ausfalligkeiten, den Rassismus der Nationaltrainerin Nigerias kann man abhaken. Den Ekel vor Homosexuellen, queer lebenden Menschen müssen die Herrschaften aus den Funktionärslogen nicht heuchelnd überwinden. Die FIFA muss nicht mehr über diesen Mitgliedsverband nachdenken. Nigeria, ein Land in dem Homosexuelle und Transgender von der Todesstrafe bedroht sind. Hurra, die Funktionäre müssen ihre Lüge von Antidiskriminierung nicht wahrmachen. Nigeria isr ja ausgeschieden, also totschweigen das ganze und das Mäntelchen des Schweigens darüber ausbreiten. Dr. Theo Zwanziger, Steffi Jones können aufatmen. Dr. Zwanziger, der Homosexuellen beim Outing helfen will, muss seiner Lüge als Held der Antidiskriminierung keine Nahrung geben und macht wieder das was er am besten kann. Er gibt den willfährigen Erfüllungsgehilfen für FIFA Präsident Blatter. Die Korruptionsaffäre um die WM Vergabe nach Katar hat Herr Dr. Zwanziger für seinen Freund Joseph Blatter ja schon aus dem Fokus genommen. Dafür hat er diese Frauen WM mißbraucht. „20ELF von der schönsten Seite“, Zitat Dr. Zwanziger: „… darüber reden wir frühestens gegen Ende der Weltmeisterschaft.“ Schon toll so ein FIFA Job als Executivkomitee Mitglied. Da kann man den Joseph Blatter viel besser durch Vertuschen schützen. Wie war das doch gleich mit der Kumpanei unter richtigen Männern im Fußball, „Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.“. Sie sehen „20ELF von der schönsten Seite“ hat für jeden etwas, für Frauenfußball kritische Männer, etwas für korruptionsgeschädigte Präsidenten, etwas für homophobe TrainerInnen und ganz viel ruhiges Gewissen für Dulder und Unterlasser. Dulder und Unterlasser, das sind all jene, die den DFB und damit die FIFA nicht zwingen, gegen Mitgliedsverbände wie Nigeria vor zu gehen. Todesstrafen für Homosexuelle und Transgender sind Verbrechen an der Menschlichkeit und an den Menschenrechten. Ich erinnere mich daran das bei einer Fußball Europameisterschaft 1992 einmal Rest Jugoslawien ausgeschlossen wurde. Erinnern Sie sich noch daran worum? In Den Haag wird heute noch gegen Kriegsverbrecher aus diesem Konflikt verhandelt. Gründe sind unter anderem Verbrechen an der Menschlichkeit und den Menschenrechten.
Eine Chance peinlich verlogen zu bleiben hat diese WM ja noch. Sextest’s für die Mannschaft aus Äquatorialguinea. Vielleicht spielen da ja doch Männer, Intersexuelle und Transidente? Noch sind die ja im Turnier und das würde bei der stereotypen und tendenziösen Berichterstatung in den Medien, Nigeria bestimmt endgültig vergessen machen.
Frauen WM frei von dreckigen Lebensweisen, …
…, das will zumindest die Trainerin von Nigeria und zeigt sich damit einer Meinung mit FIFA Boss Blatter. Dieser forderte vor einigen Wochen: „…, dass Homosexuelle aus Respekt gegenüber dem WM- Gastgeber auf Sex verzichten sollten, solange sie sich in Katar aufhalten.“
Die nigerianische Nationaltrainerin geht jedoch deutlich weiter. In ihrem Bestreben für sauberen heteronormativen Sport zu sorgen, hat sie die ultimative Methodik entwickelt, Voodoo zum Beispiel, sich homosexueller SportlerInnen im Fußball zu entledigen und diese zu bekehren. Sie haben richtig gelesen, die Dame weiß wie Lesben von ihrer gottlosen Krankheit geheilt werden können und richtige Frauen werden. Jene Frauen welche Hete sind, oder gezwungenermaßen Hete leben müssen und kein homosexuelles Infektionsrisiko mehr für den Rest der Welt darstellen.
Da die FIFA bereits SpielerInnen gesperrt hat (Doping und bereits für ein anderes Land gespielt), jedoch die folgenden Aussagen bisher auf sich beruhen lässt, nehme ich einfach einmal an, Diskriminierung und Willkür gehören nicht zum Antidiskriminierungskonzept des Welt-Fußball-Verbandes.
Die Dame, Frau Eucharia Uche, ließ sich wie folgt vor der Sportpresse aus.
“Ja, die Lesben in unserer Mannschaft waren wirklich ein großes Problem. Aber seitdem ich Trainerin der Falcons bin, hat sich das erledigt. Es gibt keine lesbische Spielerin mehr in meinem Team. Ich kann diese dreckige Lebensweise nicht tolerieren.”
Einfallsreich ist sie, wenn man bedenkt, mit welchen Mitteln Uche versucht, ihre Spielerinnen zu einer heterosexuellen Lebensweise zu zwingen. Das fängt beim Voodoo-Zauber an und hört beim lieben Gott auf.
“Wir haben nun sehr viele Spielerinnen, die nach den Worten von Gott dürsten. Dadurch sind sie viel konzentrierter und wissen, dass der Fußball ihnen Ruhm, Glück und Spaß bringen kann. Homosexualität zerstört all diese Hoffnungen.”
Frau Uche scheint nachhaltigen Erfolg bei ihrem homophoben Kreuzzug zu haben. “Lesbische Spielerinnen sind in Nigeria ein Bild aus der Vergangenheit. Die Spielerinnen haben zu Gott gefunden.“
Der DFB und Dr. Zwanziger, die selbst ernannten Gralshüter der Menschenrechte, wenn es um Sport und Fußball geht, halten sich wie die FIFA bedeckt. Sorry, Herr Dr. Zwanziger hier sind Sie gefordert. Jetzt sollten und müssen Sie endlich handeln. Diese Frau mit ihrer rassistisch homophoben Einstellung verstößt gegen die Menschenwürde und die Menschenrechte. Diese verbale und mit Druck, psychischer Gewalt und Diskriminierung praktizierte Menschenverachtung darf in keinem Fall geduldet werden. Das kann niemand auch die Funktionärsriege dieser WM und gerade dieser WM nicht dulden, sind es doch gerade Sie Herr Dr. Zwanziger, der immer von Antidiskriminierung spricht. Ich zitiere einmal den DFB Präsidenten: „Wenn man aber Sport treibt, dann muss es ein wertorientierter Sport sein, dass heißt ganz klar, ein Sport der nicht diskriminiert.“ Wie heißt es doch, 20ELF von seiner schönsten Seite.
Liebe Steffi Jones, Sie als OK-Präsidentin frage ich von Frau zu Frau, wollen Sie damit während der WM leben und wie wollen Sie, der DFB und Dr. Zwanziger glaubwürdig bleiben wenn dieses Verhalten hjn genommen wird.
Es ist doch der DFB welcher sich damit rühmt homosexuelle SpielerInnen und Spieler bei ihrem Outing unterstützen zu wollen.
Nachtrag, 15:15: Es war im übrigen Frau Uche, die nigerianische Trainerin welche nach dem Africa-Cup, in ihrem homo- und transphoben Hass die unbewiesene Behauptung aufstellte bei Äquatorialguinea hätten zwei Männer mit gespielt. Bedauerlicherweise beteiligen sich Medien und Verbände durch ihr ambivalentes Verhalten an der entwürdigenden und diskriminierenden Hexenjagd der Frau Uche.
SpielerInnen, Frauen und Frau Merkel sind keine „gesunden Menschen“
…, das ist nicht meine Meinung, im Gegenteil, ich bin entsetzt. Diese menschenverachtende Aussage erhielt ich als Kommentare auf einen Artikel ( Frauenfußball ist etwas für Behinderte,, Masturbation und FußballerInnen, klicken und lesen ), zu den Aussagen des Formel 1 Fahrers Nico Rosberg. Dieser hatte in entsetzlicher Art und Weise sowohl Behinderte als auch Frauen und FußbalerInnenl diskriminiert. Was das mit 20ELF, dem DFB und Dr. Theo Zwanziger zu tun hat ? Ich komme noch darauf zurück.
Kommentar, ich zitiere: „Weder Frauen noch Behinderte können ansatzweise die Leistung von gesunden Menschen erbringen, ….“
Ich entgegnete dem Autor das mir diese Aussage zu denken gäbe, immerhin sei unsere Bundeskanzlerin, Frau Merkel, doch auch eine Frau.
Seine Antwort: „Sie wollen doch bitte nicht ernsthaft behaupten, Frau Merkel erbringe die selbe Leistung wie ein gesunder Mensch, zB Gerhard Schröder? Ich bitte Sie.“
Armes Deutschland, Frau Bundeskanzlerin ich bin Ihnen politisch nicht nahestehend, aber das sollte selbst Ihnen zu denken geben.
Im weiteren wurden diese Aussagen in mannigfaltiger Form von diversen Männern weitergeführt, ergänzt oder wiederholt. Der Tenor war immer, die Leistung von Frauen hat nicht den selben Wert und meine Kritik an der Sexualisierung der aktuellen Werbekampagnen sei der blanke Neid, weil der Playboy mich nicht fotografiert.
Zu lesen unter „Meinungen“ in der rechten Spalte. Im übrigen, der Autor der o.g. Zitate schrieb diese unter anderem von seinem Arbeitsplatz in einem Bezirkskrankenhaus in Bayern. Das einmal zu dem Thema Leistungsgerechtigkeit am Arbeitsplatz. Es würde mich interessieren was der Arbeitgeber dazu sagt.
Womit wir zu einem für mich ursächlichen Grund für diese durch persönlichen Rassismus motivierten Aussagen kommen.
Hierfür möchte ich Aussagen des DFB Präsidenten, Dr Theo Zwanziger,im ZDF Morgen Magazin; bemühen. Am heutigen Tag machte er unter anderem die ökonomischen Parameter, welche durch die FIFA, den Weltfußballverband geschaffen wurden, für die Prämienungerechtigkeit, 76% weniger wie Männer, verantwortlich. Diese Aussagen traf er im ZDF Morgenmagazin. Im selben Interview sprach er auch von der gesellschaftlichen Aufgabe des DFB für Gleichbehandlung und die Beseitigung von Diskriminierungen zu sorgen. Dazu später mehr, jetzt seine Begründungen und Versuche diese Ungerechtigkeit zu begründen.
Ich gebe Herrn Dr. Zwanziger recht wenn er ausführt der Frauenfußball hätte nicht das mediale Interesse des Männerfußballs. Für mich allerdings ein Grund mehr, als größter Einzelsportverband der Welt, diesen Zustand in Deutschland beispiel- und vorbildhaft zu beeinflussen und zu ändern.
Das heißt, bei den milliardenschweren Geschäften um Fernseh- und sonstige Rechte, muß der Frauenfußball zu einem zwingenden Bestandteil der Berichterstattung gemacht werden. 73.680 Zuschauer, die geladenen Gäste und Frau Merkel nicht mit gerechnet, sprechen eine deutliche Sprache. Diese Zahl wurde gestern während des Eröffnungsspieles bekannt gegeben. Im weiteren wäre die konsequente Professionalisierung des Frauenfußballs notwendig. 38 jahre nach Einführung der Bundesliga sicherlich sinnvoll. Die Vorteile liegen auf der Hand, keine Doppelbelastung durch Beruf und Fußball mehr, unter anderem auch ein Grund für die Einführung des Profifußballs im Jahr 1963. Konsequente Optimierung der Leistungspotentiale, adäquate Gehälter, usw..
Herr Dr. Zwanziger führte aus, die Prämien würden durch den Verband aus öffentlichen Fördermitteln geleistet. Für mich ein Skandal, der DFB ist ein Wirtschaftsunternehmen mit gemeinnützigem Status der seinen sozialen und gesellschaftlichen Pflichten nur unzureichend oder gar nicht nach kommt. Dazu liefere ich im folgenden noch Zitate des Dr. Zwanziger mit einem Sportjournalisten aus dem Jahr 2008. Bei dem Sponsorenpool und den Bilanzergebnissen muß es dem Verband möglich sein gerechte Prämien aus eigenem Vermögen zu leisten. Ich tendiere eher dazu dem DFB gegebenenfalls einmal die öffentlichen Fördermittel zu streichen. Es wäre doch spannend wie Dr. Zwanziger den Mitgliedsverbänden des DFB erklären will, warum deren Breitensportarbeit leiden muss weil der DFB seinen gesellschaftlichen Pflichten nicht nachkommt. Beispiele gibt es hier genug, ich nenne nur einmal die „halbgaren“ Rassismuskampagnen, die Beseitigung homophober und transphober Strukturen und das Versagen in Fragen der Gleichberechtigung von Frauen im DFB.
Hierzu erklärte Dr. Zwanziger der DFB habe fast 7 Millionen Mitglieder und davon seien keine 2 Millionen, Frauen. Dem will ich nicht widersprechen, aber damit auch die Frauenquote im DFB ab zu lehnen halte ich für politische Blasphemie und soziale wie menschliche Inkompetenz. Er hat scheinbar vergessen das eine Parteifreundin von ihm, die „mächtige Frau im Staate“ ist. Wenn Frau Merkel medial profitieren will ist sie doch immer gemeinsam mit dem DFB Fürsten in der Ehrenloge. Es ist die CDU Frau „von der Leyen“ welche in Beruf und Gesellschaft für Führungskräfte Quoten fordert. Alle Parteien im Bundestag haben bereits im vergangenen Jahrtausend die Frauenquote eingeführt und damit Politik für Frauen erst wirklich attraktiv gemacht. Nach Einführung der Quote sind die Frauen in Parlamenten, Verbänden, Behörden und bedingt auch Unternehmen spürbar präsenter. Es ist für Frauen die Option endlich gestalten zu können, welche sie Verantwortung nicht nur in der Familie fordern läßt. Und bitte nicht vergessen, Frauen stellen nach den Zahlen des Statistischen Bundesamt, 52% der Bevölkerung.
Ich glaube hier wird an mittelalterlichen, „gottgegebenen“ Zuständen krampfhaft festgehalten. Wenn mit diesen frauenfeindlichen Konsequenzen weiterhin gesellschaftliche Realitäten ignoriert werden könnte es durchaus geschehen, der DFB mutiert zu einer reinen Männergesellschaft. Nur das kostet dem Verband und dem Fußball in Deutschland nicht nur Geld. Das kostet Aktzeptanz in der Mehrheit der Bevölkerung und schafft eine soziale Schieflage in allen Bereichen des Breiten- und Spitzensport.
Zitate des Dr. Zwanziger zu gesellschaftlichen Erfordernissen gegenüber einem Sportjournalisten aus 2008.
„Der DFB ist ein Sportverband. Als solches hat er in erster Linie die Aufgabe, Fußball zu entwickeln und zwar auf allen Ebenen im professionellen wie auch im Amateur-, Freizeit- und 8reitensport.“
„Wir können nicht alle gesellschaftIichen Themen zu unseren Schwerpunktaufgaben machen.“
„Wenn man aber Sport treibt, dann muss es ein wertorientierter Sport sein, dass heißt ganz klar, ein Sport der nicht diskriminiert.“
„Der DfB kann nur für ein Klima sorgen, in dem es dem EinzeInen, ….. , möglich ist, ohne Diskriminierung seinen Sport zu treiben.“
Wer diese Aussagen des Dr. Zwanziger mit den mangelhaften Ergebnissen der vergangenen Jahre abgleicht wird feststellen, davon zu reden und nachhaltig zu wirken sind zwei unterschiedliche Paar Schuhe. Hauptsache Dr. Zwanziger wird mit Preisen und Ehrungen für sein soziales-, antirassistisches- und gesellschaftliches Engagment überhäuft. Es lebe der Personenkult !
Wenn Frau dann Kritik an diesen männlich verkorksten Systemen übt wird sie „in die Schranken“ gewiesen. Mittlerweile habe ich aus eMail und Kommentaren erfahren, ich leide unter Diskalkulie, bin der deutschen Sprache nicht mächtig und wenn dies den Herren nicht wirkungsvoll genug erscheint erhalte ich anonymisierte eMail wie folgt.
Betreff: Du Arschloch
Deine Scheiss Fotze wird in die Luft gesprengt. Stell dir mal vor ein Molotow Cocktail wird in deine Grotte geschoben während du in einem Sandloch steckst, dann wird das Cocktail ferngezündet und deine Fotze zerreißt es in tausende von Stücken!
I C H S C H R E I B E W E I T E R !
Frauenfußball ist etwas für Behinderte ….
….. sagt Nico Rosberg, deutscher Formel 1 Rennfahrer.
Ich zitiere: „Man schaut doch auch Paralympics – Menschen, die nicht ganz so große Leistungen bringen können, aber unter sich ist es trotzdem spannend.“
Ich zumindest interpretiere diese Ausage so. Schlimm genug wie dieser Mann über Behinderte denkt und sich schlimmer noch, äußert. Er diskriminiert, grenzt aus und spricht Menschen das Recht ab an dem Leben der „gesunden“ Gesellschaft teil zu haben. Das ist Rassismus und weil derart unverhohlen geäußert nicht mehr als persönliches Defizit zu bewerten.
Wie wird sich wohl Mercedes, sein Arbeitgeber dazu stellen ? Immerhin sponsort der Stuttgarter Autobauer den Deutschen-Fußball-Bund und die Frauen Nationalmannschaft. Und genau diese erklärt er mit dieser Aussage für behindert. Weil diese Frauen Fußball spielen oder weil er Frauen für minderwertig hält ? Und Behinderte hält Herr Rosberg für minderwertig, anders kann ich seine Aussage nicht verstehen. Minderwertig im Sinne von Leistung, minderwertig im Sinne derer menschengerechter Ansprüche wahrgenommen zu werden. Frauen und Menschen mit Defiziten haben für Herrn Rosberg keinen Respekt verdient. Außer vielleicht die KickerInnen aus dem Playboy. Halbnackt, Nackt, zwar ohne Respekt, aber für die kleine Geilheit zwischendurch. Mir wird schlecht, was muß Frau sich noch alles geben.
Ich schaue die Spiele dieser WM und ich habe Respekt vor allen teil nehmenden SpielerInnen, jede von Ihnen bringt tolle Leistungen und hat sich für dieses Turnier qualifizieren müssen. Zumindest die deutschen Frauen wissen wie es sich anfühlt Weltmeister zu sein, Herr Rosberg fährt bisher dem Erfolg immer nur hinter her. Vielleicht ist er durch seine persönlichen und menschlichen Defizite ja der „wahre Behinderte“ ? Die menschliche und sportliche Qualität aller SpielerInnen bei der WM und bei den Paralympics hat Herr Rosberg jedenfalls nicht.
Ballack, Löw und die „schwule Combo“
Ich frage mich, ist die unwürdige Demontage des „Capitano“ ein Revanchefoul ?
Es war der Manager von Michael Ballack, der in seiner Homophobie, verbal unentschuldbar entgleiste, als er das Umfeld der DFB-Elf derart beschrieb.
Es ist die sportliche Führung der Nationalelf und deren Managment, der DFB und Journalie die ihm ein derart unwürdiges Ende bereiten. Vor wenigen Tagen wurde in den Medien folgende Frage gestellt: „Finden die Deutschen das Ende seiner Nationalmannschaftskarriere gut ?“ Vor der WM 2010 wurde noch gefragt ob die Mannschaft die WM Vorrunde ohne ihn überlebt.
Sorry Herr Löw, taktloser, erniedrigender und selbstentlarvender hätten Sie einen Spieler der Ihre Karriere auf internationaler Bühne entscheidend gefördert hat, nicht demütigen können.
Er war über ein Jahrzehnt die tragende Spielerpersönlichkeit im deutschen Fußball, er war über ein Jahrzehnt die tragische Figur des Weltfußballs. Immer im Bereich der weltbesten Spieler und immer der tragische Held welcher auf der Zielgeraden scheiterte.
Ob deutsche Meisterschaft, Pokal, Championsleague, WM, EM, egal, wo und wann, wenn es um die Krönung seiner Karriere ging, sie blieb ihm versagt. Aber immer war er bis zur WM 2010 der einzige deutsche Weltklassespieler. Immer wurde ihm das Versagen der Mannschaften, in denen er spielte, in Rechnung gestellt und es gibt nicht wenige Fachleute, welche die Niederlage im WM Halbfinale 2006, das Ende des Sommermärchens, an dem falschen taktischen Konzept des Joachim Löw fest machen.
Ich werde nie vergessen das Michael Ballack, dass WM Finale 2002 nicht gespielt hat. Er wurde zur tragischen Figur weil er im Halbfinale die Gelbsperre in Kauf nahm, welche den Ausgleich Südkoreas verhinderte. Michael Ballack hat das Finale gegen Brasilien nicht verloren, aber er hat die Verantwortung als Mannschaftskapitän angenommen.
So bleibt für mich die Frage, wird er für die Sünden und Diskriminierungen Anderer derart erniedrigt ? Oder ist es der Beißreflex derer, welche sich vermeintlich ertappt fühlten ? Fakt ist, der Umgang mit Homosexualität im Umfeld der Nationalmannschaft ist ambivalent und fragwürdig. Oliver Bierhoff und Joachim Löw zeichnen sich in dieser Frage durch eine geradezu militante Ignoranz und Dünnhäutigkeit aus. Siehe: „Elf Schwulenhasser müßt Ihr sein.“ und „Ist Jogi Löw schwul ?“
Für mich gilt, „so long Michael Ballack“, ich werde jetzt regelmäßig in die Bay-Arena gehen um ihn als Zuschauer bis zu seinem Karriereende zu begleiten. Ich hoffe sein derzeitiger Verein und sein ehemaliger WM-Trainer, Rudi Völler, wissen was diesem großartigen Fußballer und Menschen geschuldet ist.
Das war eine Hommage.
Wenn Frau über Fußball schreibt …
Dabei heißt es doch immer, Fußball sei die schönste Nebensache der Welt.
Ich frage mich, wo hört der persönliche Rassismus auf und wo beginnt unmotivierter, pathologischer Hass mit den in der folgenden eMail geäußerten Widerwärtigkeiten ?
Die Mail:
Betreff: Du Arschloch
Deine Scheiss Fotze wird in die Luft gesprengt. Stell dir mal vor ein Molotow Cocktail wird in deine Grotte geschoben während du in einem Sandloch steckst, dann wird das Cocktail ferngezündet und deine Fotze zerreißt es in tausende von Stücken!
Das spricht wohl für sich.
Am Ende habe ich die Verbindungsdaten soweit erforderlich angehängt. Verschickt wurde dieser „Liebesbrief“ über einen eMail-Server in Österreich der die Herkunft anonymisieren sollte.
Ich werde natürlich nicht aufhören zu schreiben, schon gar nicht über Fußball. Diese Mail hat mich in meiner Meinung und meinem Anliegen bestätigt. Aus diesem Grund werde ich in den nächsten Tagen nicht veröffentlichte Kommentare und eMail veröffentlichen und besprechen.
Received: from remailer.privacy.at (remailer.privacy.at [212.124.141.99])
by alfa3035.alfahosting-server.de (Postfix) with ESMTP id 663EB14D6003
for <endlager@dreckschleuder.info>; Wed, 15 Jun 2011 18:13:54 +0200 (CEST)
Received: from localhost (localhost [127.0.0.1])
by remailer.privacy.at (Postfix) with ESMTP id 79C817F533
for <endlager@dreckschleuder.info>; Wed, 15 Jun 2011 17:30:32 +0200 (CEST)
From: “Anonymous Remailer (austria)” <mixmaster@remailer.privacy.at>
Comments: This message did not originate from the Sender address above.
It was remailed automatically by anonymizing remailer software.
Please report problems or inappropriate use to the
remailer administrator at <abuse@remailer.privacy.at>.
To: endlager@dreckschleuder.info
Subject: Du Arschloch
Message-ID: <176e2f5a37789c9bbcce8707c35fa260@remailer.privacy.at>
Date: Wed, 15 Jun 2011 17:30:32 +0200 (CEST)
Masturbation und FußballerInnen
Was der “Playboy”, Weiblichkeit, Rechtfertigungen, Busen, Vorspiele, Antifeminismus, Eyeliner und der DFB mit Eigentoren zu tun haben ?
Es ist die körperlose Prostitution und die devote, profitorientierte Unterordnung zugunsten männlicher Frauenverachtung und Mechanismen. Ob ich aus diesem Grund den DFB und seine Funktionäre für einen Verband ballorientierter Zuhälter halte ? Diese Frage dürfen Sie sich getrost nach der Lektüre selbst beantworten. Unverantwortlich handelt der Deutsche – Fußball – Bund auf jeden Fall. Denn würden die ach so erfolgreichen deutschen KickerInnen angemessen bezahlt, müßte sich keine von ihnen für den “Playboy” ausziehen und mit derart unterirdischen und sexistischen Aussagen publizieren lassen (siehe unten in den Artikeln aus Playboy und Kölner Express). Ob das mit “20ELF von seiner schönsten Seite” gemeint ist ? Ich hoffe nicht.
Auf jeden Fall ist es die Folge von struktureller Diskriminierung und ungleicher Behandlung. Wenn es um das Einkommen geht möchte ich die Prämie für den Titelgewinn bei der WM als Beispiel anführen. Die Frauen bekommen wenn Sie den Titel holen und das Sommermärchen im Gegensatz zu den Männern wahr machen, lächerliche 60.000,- €. Warum ich diese Summe lächerlich nenne ? Die Männer hätten für den WM Titel 250.000,- € pro Spieler erhalten. In Zahlen heißt das, der Weltmeistertitel der Frauen ist dem DFB nur 24% des Männertitels wert. Frauen sind also dem DFB bei gleichem Erfolg nicht ein Viertel eines Mannes wert. In Zahlen bedeutet dies, für gleichen Erfolg erhält eine Frau beim Deutschen Fußball Bund 190.000,- €, also 76% weniger wie ein Mann. Da soll noch Einer sagen der deutsche Fußball sei nicht repräsentativ für die Gesellschaft in der wir leben. Hat einer das gesagt, dann war es ein Ignorant. Der DFB ist schlimmer. Im Durchschnitt unserer Republik verdienen Frauen “nur” 25% weniger für die selbe Leistung. Allem Anschein nach ist der DFB, welcher sich für Anti-Diskriminierung bei jeder Gelegenheit selbst feiert und sein Frauen-Fußball Förderer ,Dr. Theo Zwanziger, wenn es um Gleichbehandlung, Emanzipation und Menschenwürde geht, noch nicht einmal in der Steinzeit angekommen. O.K., ich muss gestehen, da gab es ja auch noch das Matriachat und das hat funktioniert, weil gerecht.
Bevor ich mich zu Sexismus, Frauenfeindlichkeit und deplazierte Diskussionen um Lesben und Schwule einlasse, lesen Sie bitte die folgende eMail. Ich erhielt Sie vor einigen Tagen. Für mich nicht, aber für viele mag es erstaunlich sein, dass ausgerechnet ein Mann derart heftig auf die Fotostrecke im Playboy und den darin enthaltenen Zitaten der SpielerInnen reagierte.
Hallo Marie,
Jau!
Warum denn nicht gleich nackig auf dem Platz kicken?
Wär doch was, zur Ergötzung vor Geilheit sabbernder
Lustgreise aus dem Biotop emanzipatorischer Steinzeitmenschen (DFB)
Mir geht Fußball so ziemlich am Arsch vorbei, egal ob von Männern oder Frauen,
aber ich verstehe jetzt was dich so ärgert.
Lieben Gruß
Jens
Tja, Jens, entweder haben wir beide etwas mißverstanden oder aber Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Schlimm finde ich das schon, da lassen sich klasse SpielerInnen vor eine Karre spannen die frauenfeindlicher und verachtender nicht sein kann. Haben Frauen es nötig mit solchen Aufnahmen ihre Weiblichkeit zu demonstrieren. Eine Weiblichkeit die nicht authentisch, sondern von einer Testosteron gesteuerten Männerwelt von ihnen erwartet wird. So wird Frau zum mißbrauchten Werkzeug männlicher Phantasien und sexueller Erwartungen. Hallo ihr lieben SpielerInnen, ihr seid auch ohne diese Form von Aufgabe eurer selbst und eurer Würde Frauen. Und ganz ehrlich, mit diesen Bildern, ich zitiere aus dem Playboy: “Die Mädels , die sonst über den Rasen grätschen, wollen das Bild des Frauenfußballs grundlegend verändern.“, verändert ihr gar nichts. Ihr macht das Image des Frauenfußballs damit eher kaputt. Welche Frau möchte nach einem publizistischen “Miss Wet T-Shirt Contest” schon gern als Masturbationsvorlage in Hochglanzmagazinen her halten. Und genau die Typen holt ihr mit solchen Aktionen in die Stadien, auf die Anlagen in Landesliga, Bezirk und Kreisliga. Habt ihr schon vergessen was dort für Sprüche und üble Witze über Frauen gerissen werden. Mir klingt dieser Dreck, diese Frauenverachtung noch in den Ohren, Ich habe diese Spiele jahrelang als Schiedsrichterin mit bestritten, Spiele die von vielen männlichen Schiedsrichtern abgelehnt wurden weil das angeblich mit Fußball nichts zu tun hat. Nur, die Typen welche Frauen nicht pfeifen wollten, standen später mit ihren Bierbäuchen am Spielfeldrand und ließen sich über körperlichkeit und sexuelle Optionen der SpielerInnen aus.
Almuth Schult, die Nummer 3 im Tor der deutschen Nationalmannschaft, sprach davon: “.. irgendwann mal vom Fußball leben zu können.“. Das hätte Thema sein sollen, bei Interviews, Auftritten, Medienterminen, aber von “Equal Pay” habe ich bei solchen Anlässen keine deutsche Spielerin reden hören und zu lesen war auch nichts.
Stattdessen wird gebetsmühlenartig von Weiblichkeit parliert. Immer wieder die selbe Leier vom Gegenentwurf des “Mannweibes” und fast schon homophobisch, bloß nicht die Nähe eigener Homosexualität oder unterstellter Homosexualität gerückt werden. Wen außer rassistischen Männern und Werbestrategen interessiert das schon ? Die Fan’s, die Anhänger wollen nur eines, den Titel und denen ist es völlig egal ob da 11 Lesben spielen oder 11 Heten. Auf dem Platz zählt nur die Leistung. Da kenn ich was davon, genau diese Erfahrung habe ich nach meinem Outing gemacht.
Es macht mich traurig, es entäuscht mich und macht mich total wütend, diese Übertonung eigener Weiblichkeit. Das ist Krampf, das ist nicht glaubhaft und ein Zerrbild. Frauen müssen sich für Leistung nicht rechtfertigen auch wenn sie erfolgreicher sind wie ihre männlichen Kollegen. Diese Form des Marketing und der Selbstdarstellung schützt die männlich dominierte Fußballwelt nur noch kurze Zeit vor gesellschaftlichen Realitäten. Der Erfolg und die Veränderung können von Männern weder verhindert und auf Dauer auch nicht behindert werden.
Kristina Gessat hat recht. Es ist völlig unwichtig wieviele Lesben auf dem Platz stehen, was zählt ist nur die Leistung. Um so schlimmer für mich, dass sie sich auf ihre Sexualität und Körperlichkeit im Playboy reduzieren lässt.
Was sagt eigentlich der DFB zu diesem Playboy, finden die alten Männer das gut, haben die Herren eine Ausgabe auf dem Nachtschrank liegen oder hat man(n) in Frankfurt wieder einmal nur versagt ? Frau Jones was sagen Sie dazu ?
Quellen: Links Playboy und Rechts Kölner Express, Kerstin Meier, zum Lesen die Bilder anklicken

